Rückblick: 100 Jahre FSV „Saxonia“ Tangermünde 1946-1982
Der Zweite Weltkrieg unterbrach in ganz Deutschland, so auch in Tangermünde, die Entwicklung des Fußballsports. Erst Ende 1946 fanden sich einige frühere Mitglieder von „Saxonia" zusammen, um wieder eine Mannschaft aufzubauen. Es waren die alten „Hasen" Reinhold Lewin, Paul Lückert sen., die Brüder Karl und Willi Samland und Bernhard Aschauer, um einige zu nennen, die dazu die Initiative ergriffen. Da „Saxonia" seit 1916 auch immer eine gute Nachwuchsarbeit geleistet hatte, waren trotz der vielen im Krieg gebliebenen ehemaligen Spieler doch ausreichend Sportfreunde wieder zu begeistern. Zur 1. Männer-Mannschaft kam auch bald eine 2. Männer-Mannschaft hinzu. Den Grundstein für den Neubeginn des Fußballsports legten die Spieler Otto Schulze, Paul Lückert jun., Heinz Schulz, Erich Kansy, Ernst Wyrembeck, Heinz Voigt, die Brüder Gerhard und Werner Klipp, Gerhard Woiff, Ernst Bösa, Alfred Regent, Willi Prahl und Konrad Nowotny. Aus der Gefangenschaft entlassen, kamen noch weitere Spieler hinzu, wie Gerhard Hampe, Willi Larek, Alfred Regent, Gerhard Lepszy, Otto Busch u.a. Die ersten Spiele waren reine Freundschaftsspiele. Als Schiedsrichter füngierte immer der allen bekannte Willi „Schnecke" Pauke. Der neugebildete Verein hatte zu diesem Zeitpunkt noch keinen Namen, denn der Verein „Saxonia" war wie der noch bestehende zweite Fußballverein in Tangermünde „Fortuna" laut Beschluß des Allierten Kontrollrats vom 30.11.1945, Gesetz Nr. 8 (Verordnungsblatt Sachsen-Anhalt) Heft Nr. 9, Seite 3, Nr. 42) verboten und aufgelöst worden. Am 01. Mai 1947 bekam Heiner Lüthy, Vater von Michael Lüthy, von der sowjetischen Komandantur und der SED-Kreisleitung den Auftrag, als FDJ-Sekretär (FDJ=Freie Deutsche Jugend) und Leiter der ANTIFA-Gruppe Stendal (ANTIFA=Antifaschisten) in Tangermünde die demokratische Sportbewegung aufzubauen. Dieser Auftrag wurde mit der Gründung der SG (Sportgemeinschaft) „Roter Adler" am 15.10.1948 erfüllt. Die Entwicklung und Zukunft des Sports in der DDR sollte immer mehr über die Betriebe organisiert werden. So wurde am 15.03.1949 die BSG (Betriebssportgemeinschaft) Volkswerft gegründet, die dann ab dem 03.11.1951 in die BSG „Empor" überging. Im Jahre 1948/49 spielten die Tangermünder Fußballer in der Altmarkklasse, ab der Serie 1949/50 dann in der Bezirksklasse (u.a. mit Rogätz, Tangerhütte, Genthin, Goldbeck und einigen Vereinen aus Stendal). 1951 gab es gleich zwei freundschaftliche Höhepunkte. Pfingsten war die Mannschaft von Hansa Hamburg in Tangermünde. Hansa war nach dem HSV, St. Pauli, Concordia und Bergedorf eine der besten Mannschaften der Hansestadt. Das Spiel wurde 2:1 gewonnen, beide Tore schoß Gerhard Klipp.
Neubeginn: Die Tangermünder Fußballer spielten nach 1947 in der Sportgemeinschaft „ Roter Adler“
Im Bildv.l.: untere Reihe Otto Schulze, Ernst Wyrembeck, Heinz Schulz Mittelere Reihe: Heinz Voigt, Paul Lückert, Erich Kansy Hintere Reihe: Willi Prahl, Alfred Regent, Gerhard Wolff, Ernst Bösa, Gerhard Klipp
Der zweite Höhepunkt war die Einladung zum Einweihungsspiel im wiederhergestellten Zerbster Fußballstadion, dem damals größten in Sachsen-Anhalt. Tangermünde spielte gegen Dessau 3:3. Seit Anfang der 50er Jahre bis 1983 spielte „Empor" immer in der Bezirksliga, bis auf wenige Ausnahmen in der Bezirksklasse. Da stets auch immer eine hervorragende Jugendarbeit geleistet wurde, spielten „Eigengewächse" in den Reihen von „Empor". Für die gute Nachwuchsarbeit seien stellvertretend für alle Werner Schmidt, Jürgen Kapusta, Horst Mues und Jürgen Zilkenat genannt. Jürgen Kapusta baute im Jahre 1970 auch eine sehr gute Frauenmannschaft auf, die sogar im Jahr 1972 den Titel des Bezirksmeisters nach Tangermünde holte. Die Männermannschaft stand sogar viermal im Endspiel um den Pokal des Bezirks Magdeburg (1959, 1962,1980 und 1982). Leider wurden alle Spiele verloren.Der Spielerstamm wurde in den 50er und 60er Jahren gebildet. Ihm gehörten an: Manfred Gänsewig, Günter Wykarius, Manfred Sperling, Kurt Netzel, Günter Projahn, Dieter Brose, Willi Strodza, Paul Lehnich, Rainer Wilk, Fritz Netzel und Horst Mues, der auch später die Männer trainierte. Er legte damals schon den Grundstein für die großen Erfolge in den 80er Jahren. In all den Jahren stand ein Sportfreund hinter den Erfolgen: Karl-Heinz Rister. Nach dem seine große sportliche Karriere 1951 durch einen schweren Sportunfall ein tragisches Ende gefunden hatte, leitete er, wenn zwar auch immer im Hintergrund, die Geschicke des Vereins über 30 Jahre lang. Das Büro des Leiters der Tangermünder Sparkasse war auch immer das Sportbüro.









