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Rückblick: 100 Jahre FSV „Saxonia“ Tangermünde 1982-2006

Große Erfolge: Tangermünde wird 1983 Bezirksmeister und spielt in der DDR Liga/A Jugend wird 1997 Landesmeister

Nach dem Tode des erfolgreichen Trainers Horst Mues im Jahre 1981 führte Günter Weitkuhn, einer der erster Oberligaspieler der DDR, die Mannschaft weiter zum Erfolg. Empor" stand 1982 zum vierten Mal im Endspiel um den Bezirkspokal des Bezirkes Magdeburg. Wie auch in den Jahren 1959,1966 und 1980 wurde auch diese Partie knapp (1:2) gegen Schönebeck verloren. Ab 1982/83 übernahm Rainer Wiedemann, ebenfalls ehemaliger Oberligaspieler, die Truppe und brachte auch gleich noch drei weitere junge Talente mit nach Tangemünde. Ihm gelang der große Wurf'. Empor" wurde Meister des Bezirkes Magdeburg und stieg somit in die zweithöchste Spielklasse der Republik, der DDR-Liga, auf. Gleich im ersten Spiel gegen den Oberliga-Absteiger Chemie Bohlen kam es zu einer Sensation. Vor über 3000 Zuschauern gewannen die Tangermünder das Match mit 3:2 im hiesigen Bruno-Kiessler-Stadion. Auch im zweiten Spiel in Wernigerode konnte man mit dem 1:1 einen nicht erwarteten Erfolg verbuchen. Im weiteren Verlauf der Serie mußte man aber feststellen, daß die Mannschaften aus Dessau, Leipzig, Weißenfels, Schkopau usw. einfach stärker waren. Ihre Spieler konnten schon unter Profibedingungen trainieren und wurden auch unter eben solchen geführt. Selbst bei der SED-Kreisleitung und beim Rat des Kreises Stendal kam keine Zuneigung für Tangemünde auf, spielte doch der Vorzeigeverein im Kreis, Lok Stendal, eine Klasse tiefer und des ging ja wohl nicht. Nach einem Jahr war das Abenteuer" DDR-Liga vorbei. Der Trainer und einige Spieler verließen die Truppe. Dieter Petzka übernahm die Mannschaft und versuchte,die Bezirksliga zu halten. Es gelang ihm auch. Ab der Serie 1985/1986 wurde wieder ein ehemaliger Oberligaspieler verpflichtet. Hans Küchler, lang jähriger Spieler bei Lok Stendal, betreute die Mannschaft drei Jahre, bis Ende der 80er Jahre Jürgen Dobberkau als Spielertrainer und später als Trainer eine hervorragende Arbeit leistete. Die großen Spieler dieser Zeit waren u. a. Rainer Guhla. Dieter Lenz, Jürgen Dobberkau. Hartmut Schulze, Olaf Thurmann, Ralf Müller, Michael Lüthy, Martin Klose, Mario Schulz, Frank Stolze, Erwin Kessler, Torsten Netzel, Toni Hörn, Dieter Matschkus, Lutz Rüdiger, Uwe Wolke, Reinhard Beck.



Stolze Sieger 1983: Hintere Reihe v. l. Wolfgang Hausner( Physiotherapeut), Michael Lüthy, Uwe Wolke, Thorsten Netzel, Olaf Thurmann, Dieter Matschkus, Rainer Guhla, Ralf (Appel) Müller, Hartmut Schulze, Dieter Lenz, Hannes Elling (Mannschaftsbetreuer) Vordere Reihe v. l.: R. Sagrodnik, Jürgen Dobberkau, Frank Stolze, Martin Klose, Lutz Rüdiger, Rainer Wiedemann(Spielertrainer), Toni Horn

Im Mai 1992 wurde das 85-jährige Bestehen des FSV Saxonia mit einer Festwoche gefeiert. Der Höhepunkt der Veranstaltung war das Spiel gegen den Hamburger Sportverein. Am 30.05.92 verlor Saxonia vor 2500 Zuschauern das Spiel gegen den HSV mit 1:7. Das Tor für Tangermünde erzielte damals Peter Weidemann. In der Serie 1994/1995 wurden die Tangermünder sogar Vizemeister des Landes Sachsen-Anhalt. Auch nach der Wende nahmen alle Mannschaften im Nachwuchs von der A" bis zur D-Jungend am Wettspielbetrieb teil und meistens im Landesmaßstab. Höhepunkt im Nachwuchsbereich war die Qualifizierung der B-Jungend im Jahre 1994 für die Verbandsliga unter dem Trainer Jürgen Zilkenat. Dieser legte den Grundstein für die A-Jugend, die im Jahre 1997 die erfolgreichste Serie im Tangermünder Nachwuchsfußball verbuchen konnte. Diese Mannschaft wurde unter dem Trainer Peter Lehmann sogar Landesmeister von Sachsen-Anhalt. Beide Finalspiele gegen Dessau wurden souverän gewonnen. Die Leistungsträger dieser Truppe waren die Spieler Martin Reinke, Mario Habe!, Steven Dobberkau, Nils Müller, Ronny Koppe, Sven Reckstadt und Benjamin Witt. Als Dankeschön weilte die Mannschaft vier Tage im Sporthotel Hennings Hof" in Perleberg. Einige Sponsoren übernahmen die Kosten für diesen Abschluss.



Am 30.Mai 1992 kam es in der Festwoche anlässlich des 85-jährigen Bestehen des FSV Saxonia zu einem spannenden Freundschaftsspiel im Stadion am Wäldchen. Vor 2500 Zuschauern boten die Saxonen dem Hamburger Sport Verein Paroli.

Lange wurde über ein neues Stadion geredet und am 28.08.1998 wurde der langjährige Traum von Saxonia" Wirklichkeit. Das neue, nach dem Standard der FIFA, erbaute Stadion am Wäldchen" konnte eingeweiht werden. Über 5 Millionen DM wurden hier verbaut. Zwei Spielplätze, zwei Übungsplätze, eine überdachte Tribüne mit Sprecherturm und eine Tartanbahn für die Leichtathleten sowie hervorragende Mannschaftsräume mit den entsprechenden sanitären Anlagen, alles eingebettet in einer begrünten Umgebung, waren entstanden. Um die Jahrtausendwende verließen einige Leistungsträger in Richtung alte Bundesländer den Verein. Berufliche Gründe führten dazu. Damit war klar, dass man die Verbandsliga nicht mehr halten konnte. Die Mannschaft stieg ab in die Landesliga. (Zweithöchste Spielklasse Sachsen-Anhalts). Bis zum heutigen Tage ist Saxonia in der Staffel Nord ein ernst zu nehmender Gegner und belegt heute den 4. Tabellenplatz unter 16 Mannschaften.



Saxonia im Siegestaumel: Die A-Jugend konnte 1997 die erfolgreichste Serie im Tangermünder Nachwuchsfußball verbuchen. Die Mannschaft unter Trainer Peter Lehmann wurde 1997 Landesmeister von Sachsen- Anhalt.
v. l. n. r.: Benjamin Witt, Thomas Utech, Nils Müller, Ralf Beiermann, Martin Reincke, Mario Habel, Sven Reckstadt, Gordon Wilk, Steven Dobberkau, Danilo Schmidt(Hinten), Ronny Köppe, Kai Zenker (es fehlen im Bild: Trainer Peter Lehmann und Betreuer Ulrich Witte)